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Brauchen wir noch Pferde? Warum die Pferdewelt gerade jetzt sichtbar bleiben muss

  • Autorenbild: Andrea Fischer
    Andrea Fischer
  • vor 24 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Die Pferdebranche befindet sich im Wandel. Steigende Kosten, rückläufige Reitschul- und Vereinszahlen sowie eine zunehmend kritische öffentliche Wahrnehmung stellen die Pferdewelt vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig bietet die Branche nach wie vor Arbeitsplätze für rund 300'000 Menschen allein in Deutschland und bleibt ein bedeutender Wirtschafts- und Gesellschaftsfaktor.


Quelle: AdobeStock_228522850
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Diese Themen standen im Mittelpunkt des kostenlosen Webinars «Brauchen wir noch Pferde oder brauchen wir sie gerade jetzt?», das vom IST-Studieninstitut gemeinsam mit Vielfalt Pferd durchgeführt wurde. Moderatorin Karolin Lesinski diskutierte mit der Arbeitsmarkt- und Branchenexpertin Jessica Fischer über die aktuelle Situation der Pferdewelt und mögliche Zukunftsperspektiven.


Zwischen Chancen und Herausforderungen

Eine Umfrage unter den Webinar-Teilnehmenden zeigte ein gemischtes Stimmungsbild: Die Mehrheit sieht sowohl Chancen als auch deutliche Herausforderungen für die kommenden Jahre. Als zentrale Themen wurden steigende Kosten, rückläufige Vereins- und Reitschulzahlen sowie sinkende Pferdebestände genannt. Gleichzeitig wird die Branche professioneller, digitaler und internationaler.

Jessica Fischer machte deutlich, dass die aktuelle Situation nicht auf einzelne Faktoren wie die gestiegenen Tierarztkosten zurückgeführt werden kann. Vielmehr handle es sich um ein Zusammenspiel gesellschaftlicher Veränderungen, wirtschaftlicher Entwicklungen und struktureller Herausforderungen, die sich über Jahre aufgebaut haben.


Sichtbarkeit wird zum Schlüsselfaktor

Besonders eindrücklich war die Diskussion über die gesellschaftliche Wahrnehmung von Pferden. Immer mehr Kinder wachsen heute ohne direkten Kontakt zu Pferden oder zur Landwirtschaft auf. Dadurch fehlen vielen Menschen persönliche Erfahrungen mit Pferden und dem Pferdesport.

Genau darin sieht Fischer eine der grössten Herausforderungen: Wer keinen Bezug zu Pferden hat, entwickelt kaum Verständnis für deren Bedeutung als Freizeitpartner, Sportpartner oder Therapiebegleiter. Hinzu kommt, dass Pferde in den Medien häufig nur dann Aufmerksamkeit erhalten, wenn negative Schlagzeilen entstehen.


Warum sich das Webinar lohnt

Das Webinar liefert spannende Denkanstösse für alle Pferdemenschen – unabhängig von Disziplin oder Verband. Statt Schuldzuweisungen stehen Ursachenforschung, gesellschaftliche Entwicklungen und mögliche Lösungsansätze im Mittelpunkt. Besonders wertvoll ist der Blick über den Tellerrand des eigentlichen Reitsports hinaus und die Frage, welche Rolle Pferde künftig in unserer Gesellschaft spielen können.

Wer sich für die Zukunft des Pferdesports, der Pferdehaltung und der Pferdebranche interessiert, sollte sich die Aufzeichnung unbedingt ansehen.


Auch in der Schweizer Westernszene sind viele dieser Entwicklungen spürbar. Reitvereine, Veranstalter und Pferdebetriebe stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie ihre Kolleginnen und Kollegen in Deutschland. Umso wichtiger sind Initiativen, die den Zugang zum Pferd fördern, Nachwuchs begeistern und die positiven Werte des Pferdesports sichtbar machen. Das Webinar liefert dazu wertvolle Denkanstösse und regt dazu an, die Zukunft der Pferdewelt aktiv mitzugestalten.


Brauchen wir noch Pferde?

Die Antwort der Webinar-Referentinnen fällt klar aus: Ja. Vielleicht sogar mehr denn je. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, auch zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, Pferde kennenzulernen, zu erleben und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.



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