Themen im März WESTERNER

Zum Gedenken an Ray Hunt

Remembering Ray Hunt: Ein Mann, der viele Leben veränderte – das von Pferden und Menschen

Am 12. März jährt sich der Todestag eines Mannes zum zehnten Mal, der die Pferdwelt verändert hat: Ray Hunt war nicht der erste, der einen anderen Weg mit Pferden suchte und lehrte, als man bisher kannte. Aber er war der Erste, der sein Wissen in Kursen weitergab – lange bevor Begriffe wie «Natural Horsemanship» und «Pferdeflüstern» bekannt wurden. Manche bezeichnen ihn als der grösste Horseman der Geschichte.

«Was Ray lehrte, ging weit über die Arbeit mit den Pferden hinaus,» bestätigt Carolyn Hunt. «Ray glaubte, dass wir ein sinn- und bedeutungsvolles Leben in Frieden führen, wenn wir uns selbst mögen und an uns glauben,» erklärt Carolyn Hunt. «Und er sagte uns stets: Die Veränderung, die du beim Pferd suchst, beginnt in dir selbst».

Rays Werk erfuhr noch zu Lebzeiten Anerkennung: Unter anderem verlieh ihm das «Western Horseman Magazine» 2005 den Titel «Horseman of the year». Manche sind der Meinung, dass er eher der «Horseman oft the Century» war. «Ich weiss nicht, ob er das war,» sinniert Carolyn. «Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich nie jemanden gesehen habe das tun, was Ray getan hat.» Ray habe wie kein Zweiter gespürt, was ein Pferd brauchte – und habe es ihm geben können. Rays «Feel & Timing» seien magisch gewesen. Ray selbst hätte das aber nie so gesehen, dazu war er zu bescheiden … von Sibylle Kloser

Training

Interview mit Sophie Gillioz und Linda Leckebusch-Stark
Thema: Trainingsplan eines All-Around Pferdes

Viele Fragen sich immer wieder, wie trainieren unsere Vorbilder ihre Pferde, damit diese international mithalten können. Gibt es so etwas wie ein «Wunderkonzept»? 
Diese zwei aussergewöhnlichen Persönlichkeiten gewähren uns einen Einblick in ihren Trainingsplan: Die Walliserin Sophie Gillioz, die mit Ihren beiden Pferden Power In The Canyon und Zipped N Certain sehr erfolgreich ist und die deutsche Trainerin Linda Leckebusch-Stark, welche mit ihren facettenreichen Trainingspferden ebenfalls vorne mitreitet.

Ab wann kann von einem Sportpferd im Westernbereich gesprochen werden?
Sophie: Meiner Meinung nach hat ein Showpferd mehr Dressurqualitäten als ein sagen wir mal normales Freizeitpferd. Dies bedeutet nicht, dass ein Showpferd nicht ins Gelände geht. Jedoch kann ein gutes Sportpferd sekundenschnell und willig den Hilfen des Reiters folgen. Und was noch viel wichtiger ist, es liebt Turniere!
Linda: Ab der 2. Saison in welcher ein Pferd an Turnieren vorgestellt wird, spreche ich von einem Sportpferd. Da die erste Saison dazu dient sich zu finden. … von Angelika Good-Müntener

Ranch-Ferien

Sweet Grass Ranch, Montana USA 
Echtes Ranchleben abseits der üblichen Pfade 

Das verschlafene Städtchen Big Timber im Bundesstaat Montana hatte schon bessere Tage gesehen. In mehreren Schaufenstern hingen Schilder aus Karton mit «Closed» in grossen Buchstaben. Nur der Family Dollar-Store und eine heruntergekommene Bar sahen aus, als wären sie noch geöffnet. Big Timber ist der Ort, der Sweet Grass Ranch am nächsten lag und erinnerte mich daran, dass mein Ziel definitiv abseits der üblichen Pfade lag. Das war perfekt.

Am selben Morgen boxte ich mich durch eine Hotellobby voller Touristen, um den nahe gelegenen Yellowstone National Park zu besuchen. Eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen möchte. Eine Autostunde später, meist auf einer unbefestigten Strasse, eröffnete sich mir der erste Blick auf die majestätische Umgebung der Sweet Grass Ranch. Die schneebedeckten Gipfel der Crazy Mountains stiegen gegen die Skyline und erreichten 3400 Meter über dem Meeresspiegel. Im Gegensatz zu Yellowstone finden die «Crazies» bei Touristen wenig Beachtung.

Ein buntes Rudel Hunde begrüsste uns auf der Ranch, welche in einem weiten, grünen Tal liegt. Rustikale Blockhütten stehen entlang eines Baches und das Haupthaus stammt aus den 1920er Jahren. Es fühlte sich an, als würde man an einem Filmset von «Unsere kleine Farm» aufwachen. … von Åsa Björklund 

Ausbildung

Ausbildungsskala im Westernreiten – Teil 1
Was lange halten soll, braucht einen soliden Aufbau

Pferde Schritt für Schritt zu gesunden und zuverlässigen Freizeit- oder Sportpartnern auszubilden – rückt mehr denn je in den Fokus. Die Ausbildungsskala bringt die verschiedenen Schritte einer nachhaltigen Ausbildung in die Köpfe der Pferdebesitzer und Trainer.

Die Ausbildungsskala hat sich aus der für die Kavallerie im letzten Jahrhundert gültigen Heeresdienstverordnung (HDV) (19)12 entwickelt. Diese wurde für das Westernreiten vor ungefähr zwanzig Jahren adaptiert. 

Erkenntnisse aus der Biomechanik und der Verbesserung aus der Sicht der Pferdezucht, haben in letzter Zeit eine Diskussion um die einzelnen Punkte der Ausbildungsskala des Westernpferdes ausgelöst. Dabei geht es insbesondere um die Nachgiebigkeit, die Aktivierung der Hinterhand und zuletzt die absolute Durchlässigkeit, welche neben der Balance, die gesamte Ausbildung des Pferdes begleitet und stets angestrebtes Ziel jeder Lektion ist, abhängig vom Ausbildungsstand des Pferdes. Das Vorwärts-abwärts-reiten des jungen Pferdes ist für die Entwicklung der Rücken- und Bauchmuskulatur von wesentlicher Bedeutung. Dabei soll es sich vertrauensvoll an die Hand dehnen, was durch einen vorwärtstreibenden Sitz und Schenkel erzielt wird. … von Simone Reiss

Weitere Themen:
– News aus den USA
– Sport: Showmanship – Tanz mit dem Pferd
– Youth: Ein Turnier beginnt mit der Planung
– Haltung: Strahlwechseln beim Pferd

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