Schweizermeisterschaft im Westernreiten 2019

Achtzehn Mal ertönte die Landeshymne während des ersten Wochenendes im September, nachdem Reiterinnen und Reiter der Kategorien Elite und Youth mit ihren Pferden alles gegeben haben – es war Schweizermeisterschaft im Westernreiten.

Zur vierzigsten Durchführung wurde der Austragungsort von Fehraltorf nach Dielsdorf verlegt. Die Anlage vom Horse Park bietet Teilnehmern wie Besuchern eine gute Infrastruktur. Die Showarena ist hell und schön und der Stalltrakt mit den neuen, grossen Festboxen nicht zu vergleichen mit den Zeltboxen auf die man bisher angewiesen war. Spätestens als das Wetter in der Nacht auf Sonntag kippte und es zu regnen begann, kamen die Vorzüge der Unterbringung voll zum Tragen. Als einziger Makel, wenn man das so erwähnen kann: Der schöne und riesig grosse Abreitplatz ist etwas weit von der Showarena entfernt und während des Dauerregens vom Sonntag wurde er immer mehr zum Ententeich. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Eine Anlage die perfekt auf alle Bedürfnisse von uns Westernreitern zugeschnitten ist und auch eine passende Infrastruktur für einen Event  wie die SM Western bietet, dürfte nicht einfach zu finden sein. Der Standortwechsel von Fehraltorf nach Dielsdorf war eindeutig ein Upgrade.

Entspannter Zeitplan dank Erweiterung auf drei Tage

Neu begann das Programm bereits am Freitag. Die Teilnehmer konnten schon am Donnerstagabend anreisen und in Ruhe alles einrichten. Während am Freitagvormittag und später am Abend Warm Ups angeboten wurden, konnten nach dem Mittag bereits drei Ausscheidungsläufe in den teilnehmerstarken Prüfungen Trail, Ranch Trail und Superhorse durchgeführt werden. Das entlastete den Zeitplan merklich und verlieh dem gesamten Anlass eine entspannte Atmosphäre.

Fribi-Power bei den Elite Ranch Trails

Die Finalläufe starteten am Samstag nach der Mittagspause mit den Elite und Youth Ranch Trails. Zehn Finalstinnen vom Vortag und sechs jugendliche Reiterinnen stellten sich den fast ausschliesslich naturbelassen Holz-Hindernissen. Katrin Grollimund, zuständig für das Ranch-Trail-Design, liess sich dabei einiges einfallen. Es wurde an einem Galgenstrick, der an ein horizontal ausgerichtetes auf einem Posten montierten Wagenrad hing, vorwärts und rückwärts gedreht, das Back up ging um Holzpflöcke, das Tor war ein Schlagbaum und die Jog-Overs natürlich Naturholz-Rugel.
Mirjam Brunner brillierte mit Sir Hendry bei der Elite und wurde Schweizermeisterin in dieser Disziplin. Vize-Schweizermeisterin wurden Katrina Ritter mit Courieuse, gefolgt von Nicole Schmid mit Nevio auf dem Bronzepodest. Delphine Egli, die mit zwei Pferden am Start war, schaffte es mit ihrem Pony of America JR High Sign Super Spot auf das Goldpodest und mit Pezza holte sie sich zusätzlich noch die Bronzemedaille. Der Youth Vize-Schweizermeistertitel ging an Shayenne Büchler mit Paint Horse Stute Saturdays Nite Starlet.

Oberlin Schwestern auf Goldkurs

Tanja Oberlin steuerte Andys Snapper souverän durch den Elite Trail und gewann mit einem Gesamtscore von 218 (74,5/73,5/70) den Schweizermeister-Titel. Zu diesem Ergebnis kamen noch zwei weitere Goldmedaillen in den Disziplinen Western Riding und Superhorse, plus ein Vize-Schweizermeistertitel in Ranch Riding hinzu. Am Ende brachte es den beiden sogar den Elite Highpoint dieser Schweizermeisterschaft. Schwester Jeannine Oberlin war nicht weniger erfolgreich. Zusammen mit Andys Snapper zeigte sie einen harmonischen Horsemanship-Run und gewann den SM-Titel vor Nadine Rindlisbacher mit Ribas Little Joe und Anouk Bär mit BW Roni Sugar Canyon.

Die Ranch Riding Pattern erinnerten auf den ersten Blick an einen unübersichtlichen Wollknäuel. Schaute man Annika Riggenbach und AJ Dry Dunnit im Besitz von Bettina Galle beim Entwirren zu, bekam man Gänsehaut. Die unter anderem dreifache Open Reining Schweizermeisterin zeigte, dass die Disziplin Ranch Riding durchaus zu ihren Spezialitäten gehört. Im Finallauf siegte sie haushoch mit dem Gesamtscore von 233 (78,5/77,5/77) und einem grossen Publikumsapplaus. Bronze holte Christina Güdel mit Lady Chic Time. In der Youth Ranch Riding überzeugte Dual Springtime mit Tatjana Sidler, gefolgt von Sophia Holscher und Oaks Little Nikki. Die beiden machten am Ende auch den Youth Highpoint unter sich aus. Sophia Holscher gewann diesen vor Tatjana Silder mit zweimal Bronze, zweimal Silber und einmal Gold.

Ein Name dominierte die Hunterklassen dieser SM Western – GC Impressionoflove. Der grosse, dunkelbraune Quarter Horse Wallach und unter anderem mehrfache Europameister gewann unter Elif Schleiniger Gold in der Elite Hunter under Saddle und zudem Gold in Youth Hunter under Saddle und Youth Hunt Seat Equitation unter Jessica Spycher. Glowing To Maliblue mit Besitzerin Flurina Tschopp holten sich den Schweizermeistertitel in der Elite Hunt Seat Equitation vor Vize-Schweizermeisterin Tanja Fahler mit This Skys Kruzin, im Besitz von Corinne Stern, und Chantale Wellauer auf dem Bronzerang mit Grand Revolution.

Unter allen Teilnehmerinnen dieser Schweizermeisterschaft im Westernreiten gab es gerade mal zwei Teilnehmer, Fritz Herren war einer von ihnen. Er und der siebenjährige Paint Horse Wallach Invitation Design cruisten in der Elite Western Pleasure auf das Silberpodest. Schweizermeisterin in dieser Disziplin wurde Elif Schleiniger mit Lopin In The Moonlight im Besitz von Manon Tamagni. Bronzemedaille holten sich Tanja Horak und Ive Got Reservations. Bei den Jugendlichen siegte Lea Tanner mit Harley Invitation.

Es war eine schöne Schweizermeisterschaft im Westernreiten, auch wenn der Glanz und der Spirit früherer Zeiten etwas verblasst scheint. Trotz nur sechsundsechzig Teilnehmern, im Vergleich zu den Vorjahren rund zwanzig Prozent weniger, waren die mit bis zu achtundzwanzig Reitern starken Starterfelder beachtlich.

Ob die SM Western wieder zum Status Highlight der Schweizer Turniersaison gelangt, liegt in den Händen der Teilnehmer und der Verbände und wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

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