Februar WESTERNER – Die Themen!

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Oldies but goldies – Altern ist keine Krankheit

Wer kennt es nicht, die Haare werden langsam grau, ja, auch die unter der Tönung, Zeitung lesen ging früher mal ohne Brille und der Gang wird langsam mehr eckig als rund, da nicht mehr alle Gelenke so funktionieren wie wir uns das vorstellen oder wünschen. Der Zahn der Zeit nagt früher oder später an jedem Lebewesen und macht auch vor unseren Pferden nicht halt. Wie oft hört man dann den Satz: Das liegt am Alter. Aber ist das Alter überhaupt eine Krankheit? Eher nicht, mehr ein schleichender Prozess, der langsam fortschreitet und die eine oder andere Besonderheit mit sich zieht.

Was uns gerade beim Pferd meist als eines der ersten Probleme auffällt, ist, dass die Bewegungsabläufe nicht mehr ganz so rund sind wie in jungen Jahren und der Gang steif wirkt. Schuld daran ist meist Arthrose in einem oder mehreren Gelenken.

Als Arthrose bezeichnet man eine degenerative Erkrankung von Knochen und Gelenken bei welcher sich der Gelenkknorpel nach und nach auflöst. Die dabei freigesetzten Partikel erzeugen bei der Bewegung Druck und Reibung, was über kurz oder lang zu Entzündungen und somit zu Schmerzen im betroffenen Gelenk führt. Zudem bilden sich am Rand der Gelenke Knochenzubildungen, welche sich beim Betrachten eines Röntgenbildes als Unebenheitendarstellen. Von Monika Schütz

Fütterung

Unsere Senioren werden immer älter – aber nicht ohne Grund!

Vor noch nicht allzu langer Zeit war ein Pferd mit 18 Jahren steinalt und kaum einer nutzte dieses noch im Sport oder in der Freizeit. Die Einstellung hat sich gegenüber den in die Jahre gekommen Pferden stark verändert. Man hat diverse Erkrankungen, die es schon immer gab nun besser therapeutisch im Griff und auch der grosse Teil der Freizeitreiter lässt sich die Freude am Partner Pferd nicht abspenstig machen, nur weil es mehr Betreuung einfordert.  Ein grosser Teil  meiner Patienten besteht aus Senioren unterschiedlichster Rassen. Da werde ich als Pferdezahnmedizinerin und auch als Tierärztin, die bei der Beratung der Seniorenbesitzer ganzheitlich die Haltung und Fütterung der Pferde in den Fokus stellt, sehr oft um Hilfe gebeten. Das spannende an dieser Art der Beratung ist, dass man durch eineumfangreiche Anamnese, einer Inspizierung der Haltung, des Trainings und der Fütterung, der Ursachenforschung für Leistungsdefizite oder auch Muskelschwund unglaublich viel auch noch aus Senioren herausholen kann, die vorher eigentlich eher auf dem Abstellgleis gelandet waren. Innerhalb kurzer Zeit kann man zusehen, wie die Senioren wieder aufblühen, an Gewicht und Muskelmasse wieder zunehmen und sich auch wieder besser in der Gruppe behaupten können. Von Dr. med. vet. Silke Hieronymus

Abschied

Ein Plädoyer für den Pferdemetzger

Immer noch geistern mancherorts die Vorstellung von Lärm, Gerüchen und langem Warten in den Köpfen herum, wenn die Sprache auf eine Pferdemetzgerei kommt. Dass dies jedoch überhaupt nicht den Tatsachen entspricht, davon konnte sich der WESTERNER beim Besuch im Schlachthaus von Hans-Peter Horisberger in Burgdorf überzeugen.

Lieben heisst loslassen, nicht festhalten und nicht, die Qual verlängern. Wann der Zeitpunkt kommt, sich von seinem geliebten Pferd zu trennen, kann manchmal vorbestimmt werden, zum Beispiel beim Vorhandensein von chronischen Krankheiten. Aber es kann auch sein, dass eine rasche Entscheidung von Nöten ist, vielleicht nach einer schweren Verletzung, wenn die Frage aufkommt, wie man sein Pferd nun erlöst. Die Entscheidung, ob ein Pferd nun besser euthanasiert oder geschlachtet werden soll, nimmt Pferdemetzger Horisberger den Rösselern nicht ab. „Dies muss der Pferdebesitzer selber entscheiden, ich kann ihm nur genau erklären, wie es im Schlachthaus ablaufen würde“, betont Horisberger. Mit der Vermarktung des Fleisches, sprich des toten Körpers hätten die meisten Besitzer kaum ein Problem. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, wenn sich ein Pferdebesitzer nicht damit anfreunden kann, dass sein Pferd in die Nahrungsmittelkette gelangt. Von Karin Rohrer

Ethik

Rollkur im Fokus – Teil 1
Hintergründe, Definition und Handhabung auf den Turnierplätzen 

Dr. med. vet. Stéphane Montavon vom SVPS und Dr. med. vet. Michael Weishaupt von der Universität Zürich referierten sowohl über Ethik und die Schwierigkeiten rund um die Thematik Rollkur, als auch über Biomechanik beim Pferd und die gesundheitlichen Auswirkungen von falschem Reiten. Die Referenten stützten sich dabei auf eine wissenschaftliche Studie der Universität Zürich.

Moralische Grundwerte oder Ethik sind Worte, die von Presse und Marketing in den letzten Jahren gerne verwendet wurden. Ethisch korrekt zu handeln bedeutet aber manchmal auch, seine eigenen Ziele zugunsten der Schwächeren neu zu definieren. Tiere allgemein, in unserem Fall die Pferde, sind wohl die Lebewesen auf unserem Planeten, die direkt unter einem Wertezerfall zu leiden haben, sie sind uns Menschen ausgeliefert. Doch was versteht man unter Ethik? Die Ethik ist eine praktische und normative Disziplin in einem strukturierten System (gemeint ist die heutige Gesellschaft) und definiert, wie sich Menschen untereinander und gegenüber ihrer Umwelt verhalten sollen. Dazu gehört auch, dass man bestehende Werte und Regeln hinterfragt, so auch gewisse Dogmen die sich über die Jahre in die Reitlehre geschlichen haben.

Das Thema Rollkur wurde in einem spannenden Abendseminar, organisiert von den Schweizer Westernreitverbänden und dem Schweizerischen Verband für Pferdesport. Eine Zusammenfassung des Abends in zwei Teilen von Andrea Fischer

Weitere Themen im Februar:

  • Oldies but goldes Galerie
  • Western People – Interview mit Philipp Roos
  • Altersweiden – Abschiebung oder entlassen in ein pferdegerechtes Leben?
  • Abschied – Euthanasie – schöner Tod und was danach passiert
  • Buchtipp – Pferd im Recht transparent
  • i-Tipp: Wissensplattform e-hoof.com

Der neue WESTERNER geht am 2. Februar per B-Post in die Haushalte.

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