Zweiter Extreme-Trail an der BEA / Pferd 2018

Volles Haus an der BEA: Der Extreme-Trail an der grössten Schweizer Pferdemesse war auch in der zweiten Durchführung ein Erfolg. Das OK hatte sich gleich ein paar Neuerungen einfallen lassen. Unverändert war, dass der Name Programm ist: Die Bedingungen an der BEA sind … extrem

Die Zuschauerränge der grossen Arena waren gut gefüllt, als am ersten BEA-Samstag um 15.00 Uhr OK-Mitglied Andrea Gerber auf witzige Art (sie «ritt» auf einem aufblasbaren Pony) die 14 Trail-Aufgaben zeigte. Schnell wurde klar: Da ist einiges anders als 2017. «Wir hatten vier neue, zwei veränderte und insgesamt zwei Hindernisse mehr», bestätigt Parcoursbauer Reto Moor. Gegenüber dem Vorjahr war auch das Starterfeld deutlich gewachsen. Über 50 Nennungen, 14 davon in der neuen Kategorie «In-Hand».

Das grösste Hindernis: Die Atmosphäre

Direkt nach dem Start zeigte sich, dass der Extreme-Trail seinen Namen zu Recht trägt. «Die Bedingungen an der BEA sind gewaltig», weiss OK-Mitglied Sarah Matti aus eigener Erfahrung. «Hunderte Zuschauer, Geräusche, Licht, Lautsprecher – schon das Einreiten in die grosse Arena ist eine Aufgabe.» Diese wurde für einige zum Stolperstein – sie mussten noch vor oder am ersten Hindernis aufgeben. Wem der Start glückte, konnte sich keinesfalls in Sicherheit wiegen. Ob die Tannen vor der Brücke, die 90-Grad-Wendung auf dem Two-Step oder der «Bach» – es gab einige Herausforderungen zu bewältigen.

WOW-Momente lohnen sich

Hauptsponsor des Anlasses war zwar die SWRA, gerichtet wurde jedoch nach dem Raster der Europäischen Extreme-Trail-Gesellschaft. Dieser vergibt bei jedem Hindernis maximal 10 Punkte: Einreiten 2, Durchritt 5 und Ausritt 2 Punkte. Der so genannte «WOW-Punkt» schliesslich würdigt eine besonders harmonische, leichte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Pferd. Viel zu beachten für die Richter, Dressurreiter Horst Becker und Western-Lady Madeleine Flury. «Ruhe und Gelassenheit, Partnerschaft und Vertrauen sind besonders wichtig» erklärt Flury. Rassetypische Eigenschaften wie Kopfhaltung, Geschwindigkeit und Vorwärtsdrang wurden individuell berücksichtigt.

Erfolgreich als ruhiges Team

In der gerittenen Klasse bewerteten die Richter die Arbeit von Jennifer Geissbühler am höchsten. Vielleicht hatte die Starterfahrung vom letzten Jahr geholfen, jedenfalls liess sich ihr Freiberger-Wallach Camillo von der ganzen Atmosphäre nicht beeindrucken. «Das hat mich auch lockerer gemacht, und wir konnten alles in Ruhe bewältigen», strahlte die Siegerin. Ansonsten habe ihre Vorbereitung vor allem aus Aufgaben bestanden, die sie im Gelände findet: «Wenn ich mit Camillo einen Bach durchquere oder über eine Brücke reite, ist das immer eine Geschicklichkeitsübung.»

Vorbereitet hatte sich auch die In-Hand-Siegerin Daniela Scheurer. «Wir besuchten zwei Mal ein freies Training bei Marianne und Reto Moor, wo ich meinem Pferd viel Zeit zum Ausprobieren liess. Dass es uns in der Mega-Atmosphäre der BEA so gut lief hat wohl damit zu tun, dass mein Pferd und ich mittlerweile ein Team sind und er trotz Ablenkung mit mir arbeitet.» Beide Siegerinnen durften sich als erste etwas vom Gabentisch aussuchen, den die Sponsoren Yves Hirschy, Felix Bühler, Reovit, moor&more, Saanenreiter, Topspine Saddle & Tack, Equiment Horseware, Wieland Stickerei, B+M und Vaquero Shop reich gedeckt hatten. Viel Gefallen fanden auch die speziell gestalteten Plaketten von Colorfox.

Extrem – auch organisatorisch

Und dann war ein langer Tag vorbei. Erst um 23.00 Uhr war der letzte Stamm und der letzte Stein ein- und aufgeladen. 4,5 Tonnen auf drei Anhängern, 20 ehrenamtliche Helfer – auch materialtechnisch ist dieser Anlass «extrem». «Ebenso die ganze Organisation: Zeitplan, Parkplätze, Zufahrten zum Messegelände, Helfer-Instruktion – es gibt viele Herausforderungen», weiss OK-Mitglied Thomas Gerber. «Wir lernen jedes Jahr dazu, damit es runder läuft.»

BEA Extreme-Trail auch 2019 geplant

Das klingt danach, dass es auch 2019 einen Extreme-Trail an der BEA geben wird. Ideen für weitere Neuerungen sind jedenfalls bereits skizziert. Startbedingungen gemäss der European Extreme-Trail Association, zwei Stärkeklassen «Easy» und «Solid» (dafür kein In-Hand mehr). Der Tenor ist klar: «Wenn die BEA uns will, sind wir wieder dabei».

Infos & Ranglisten unter: https://www.saanenreiter.ch/turniere/extreme-trail-bea-pferd-2018/

Text: Sibylle Kloser / Bilder: Horsefotograf

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