Grandioses Einzelfinale der FEI Europameisterschaft Reining 2015

Gold für Giovanni Masi de Vargas, Grischa Ludwig ganz knapp dahinter Silver, Bronze geht an Elias Ernst

Eine herausragende und bestens organisierte FEI Europameisterschaft Reining 2015 ging mit einem grandiosen Einzelfinale zu Ende. 20 Top Reiner aus ganz Europa traten erneut gegeneinander an, wobei Deutschland mit fünf Reitern vertreten war. Einzel-Gold ging schließlich an Italien, das bereits Mannschaftsgold errungen hatte: Giovanni Masi de Vargas scorte auf Dance Little Spook (Smart Spook x Sailors Dance im Besitz von Quarter Dream) eine 222. Mit nur einem Zähler Abstand folgte Grischa Ludwig auf Stephanie Madaus‘ Shine My Gun (Colonels Smoking Gun x Shiners Mistress) auf dem Silberrang. Bronze erzielte mit einer 219 Elias Ernst mit USS N Dun It (Reminic N Dunit x USS Enterprise, Bes. Christine Wilinski).

Grischa Ludwig und Giovanni Masi de Vargas und ihre Pferde galten nach dem Mannschaftswettkampf als klare Favoriten. Beide hatten dort eine 221,5 erzielt und waren von den Richtern auch in den einzelnen Manövern praktisch gleich bewertet. Grischa Ludwig begann seinen Finalritt als vorletzter Starter mit zwei Bilderbuch Spins, die teilweise eine +1,5 von den Richtern erzielten. Hervorragende Zirkel und Stops folgten – bis es unmittelbar vor dem letzten Stop zu einem Missverständnis zwischen Ludwig und seinem 8-jährigen American Quarter Horse Hengst kam. Shine My Gun wollte bereits nach dem Mittelmarker zum Stop ansetzen. Grischa Ludwig schaffte es zwar, ihn hindurchzutreiben und trotzdem einen guten letzten Stop zu reiten, doch das ganze kostete ihn pro Richter einem halben Minuspunkt und im Endeffekt die Goldmedaille. Sein Score: 221 Punkte.

Giovanni Masi de Vargas folgte als letzter Reiter und steuerte seine 7-jährige American Quarter Horse Stute Dance Little Spook absolut souverän und mit viel Finesse durch Pattern 9. Als die beiden in ihren dritten hervorragenden Stop hinein glitten, stand der neue Europameister fest: mit einem Score von 222 errang der erst 22-jährige Profitrainer aus Siena, der seine erste FEI Goldmedaille 2009 bei den Junioren holte, zum neunten Mal Gold auf einer FEI Europameisterschaft und damit gleichzeitig € 2500 Preisgeld.

„Das war mein erstes Event im Senior Bereich, und dann dieser tolle Erfolg – ich kann gar nicht in Worte fassen, was das für mich bedeutet“, strahlte Giovanni Masi de Vargas. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl vor so vielen tausend Zuschauern und in dieser großartigen Arena zu reiten.“

Grischa Ludwig war nach dem knappen Ergebnis die Enttäuschung verständlicherweise anzusehen, doch der Schwabe nahm es sportlich: „Es war ein ganz enges Finale und mein Freund Giovanni hier war diesmal einfach besser. Er ist sehr konstant geritten und hat es einfach verdient.“ So sah es auch Bundestrainer Nico Hörmann. „Grischa hatte das Problem, dass sein Pferd gestern etwas angeschlagen wirkte und wir uns daher entschlossen, dem Hengst einen Ruhetag zu gönnen. Heute war Shine My Gun wieder ganz fit, aber die kleine Pause ging zu Lasten der Feinabstimmung. Und das wirkte sich vor dem letzten Stop eben in dem Missverständnis aus. Aber ich freue mich sehr über die Leistung unserer deutschen Reiter. Elias Ernst hat die Bronze Medaille mit seiner souveränen Leistung mehr als verdient, und immerhin haben wir mit Volker Schmitt auf Platz 6 und Verena Klein auf Platz 8 insgesamt vier Reiter unter den Top 10!“

Mit nur einem halben Zähler Abstand verpasste der junge Österreicher Klaus Lechner auf Cody Rooster Delmaso (Ricochet Rooster x Made of Lacy, Bes. Julia Gaupmann) die Medaillenränge. Die beiden hatten für ihren sehr souveränen und stilistisch feinen Ritt eine 218,5 erzielt, was Platz 4 bedeutete.

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