Funktionelle Anatomie und Bewegungslehre

Der Kurs stiess auf sehr grosses Interesse. Rund 30 Teilnehmende fanden am 11. und 12. Februar für einmal ohne Pferd den Weg nach Richenthal auf die neue Anlage „Smarthorsestable“ von Rebekka Blumer. Gesa Meier-Bidmon referierte zwei Tage zum Thema „Funktionelle Anatomie und Bewegungslehre“. Als Tierärztin, jahrelange Zuchtleiterin der DQHA (Deutsche Quarter Horse Association), Chiropraktikerin, Züchterin und selber im Westernsport aktive Reiterin konnte Gesa den Kursteilnehmern das Thema sehr umfassend und kompetent näher bringen.

Am ersten Halbtag erklärte uns Gesa die anatomischen Gegebenheiten von Pferden und was diese für einen Einfluss auf die Rittigkeit haben. Die idealen Voraussetzungen für ein Reitpferd wurden definiert und anhand von Bildern dargestellt. Die Auswirkungen auf die Bewegungen wurden danach in Videos veranschaulicht und analysiert. Die anatomischen Unterschiede der verschiedenen Rassen liessen sich aufgrund des Einsatzzweckes erklären. Uns allen ist jetzt klar, wieso die verschiedenen Rassen verschiedene Zuchtziele haben. Am Nachmittag ging es an die Praxisbewertung. Gesa zeichnete uns mit Kreide an verschiedenen Pferden zur Beurteilung benötigten Einteilungen auf. Besonders wichtig ist die Rückenpartie des Pferdes, da dies die Verbindung der Vor- mit der Rückhand ist und durch unser Gewicht belastet wird. Anschliessend wurden die Pferde an der Longe vorgestellt und wir konnten analysieren, was das Pferd nun von sich aus mitbringt und in der Bewegung umsetzen kann und wo und weshalb es vom Reiter Unterstützung benötigen wird. Den ersten Tag beendeten wir mit der Erkenntnis, weshalb die vorwärts-abwärts Bewegung aus anatomischer Sicht so wichtig ist.

Am zweiten Tag referierte Gesa über die Optimierung in der Zucht. Dabei analysierten wir Fotos von Stuten und deren Fohlen. Man muss die Schwachpunkte der Stute kennen, damit man mit einer gezielten Anpaarung diese Punkte, die je nach Rasse verschieden sind, verbessern kann. Am Nachmittag zeigte uns Gesa mit verschiedenen Sattelbäumen am Pferd, an welchen Stellen ein Sattel aufliegt und passen sollte. Sie erklärte uns, dass er im Stehen sowie in der Bewegung eine gute Passform haben muss. Da die optimale und gesunde Haltung beim Reiten ein hochgewölbter Rücken ist, sollte man ein eine gute Wirbelsäulenfreiheit haben. Gesa hat in Zusammenarbeit mit Toni und Michi Mayrhofer von CR Saddles Sattelbäume entwickelt, die diese Voraussetzungen mitbringen. Die Beiden waren auch vor Ort und unterstützten Gesa in diesem Thema. Sie haben geduldig und bereitwillig sämtliche Fragen der Kursteilnehmer beantwortet. Da viele Turnierreiter dabei waren wurden anschliessend der Reitersitz analysiert. Wie müssen wir sitzen, damit das Pferd nicht gestört wird und wir es gleichzeitig unterstützen können. Manuela Witt stellte sich als Vorzeigemodell zur Verfügung und wir durften mit kritischem Auge nach Verbesserungspotential suchen.

Da wir eine gute Mischung aus Amateurreitern, Trainern, Hobbyzüchtern sowie Englischreitern waren, fand ein anregender Austausch statt und alle konnten vom Kurs profitieren. Wir bedanken uns bei Gesa und Thomas für das super lehrreiche Wochenende. Ein grosses Dankeschön geht auch an Michi und Toni, die für diesen Kurs aus Österreich angereist sind, an Rebekka Blumer für die Gastfreundschaft auf ihrer Reitanlage und an Manuela Witt für die Mitorganisation des Kurses. Aufgrund der grossen Nachfrage sind wir bestrebt einen weiteren Kurs mit Gesa zu buchen damit wir die erlernten Erkenntnisse festigen und vertiefen können.

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