AQHA: Urteil im «Cloning» Prozess

Das Klonen von Pferden war diese Woche Thema in den Schweizer Medien. Vor 12 Jahren wurde das erfolgreiche Springpferd Calvaro, das unter anderem 1996 mit Willi Melliger Olympia Silber gewann, am Mercedes CSI in Zürich vom Turniersport verabschiedet. Einige Monate später musste Calvaro leider eingeschläfert werden. Heute lebt er weiter, als Klon. Calvaro Z heisst der nun 6-jährige Hengst und wird derzeit auf seine sportliche Karriere vorbereitet.

Seit einigen Jahren werden auch Quarter Horses geklont, der Umgang mit dem Thema wird jedoch je nach Verband unterschiedlich gehandhabt. Während beispielsweise die National Cutting Horse Association geklonte Pferde zulässt, werden geklonte Rennpferde in den USA ausgeschlossen. Die AQHA hat 2004 gegen die Registrierung von geklonten Quarter Horses entschieden, was ihnen 2012 eine Klage bescherte. Der Rechtsstreit nahm nun nach drei Jahren ein Ende. In der vorerst letzten Instanz entschied sich das Gericht für die AQHA. Somit werden auch in Zukunft keine Klone registriert. Dieser Entscheid befreit den amerikanischen Quarter Horse Verband von einer grossen Last, so Don Treadway, AQHA Executive Vice President.

Wer sich für Hintergrundinformationen über die ganze Prozess-Geschichte interessiert: Wittelsbuerger.com

Das Klonen von Pferden ist mit Kosten um 250’000 Euro eine kostspielige Sache. Doch wie funktioniert es? Ein kleines Stück Haut reicht aus um das Genmaterial zu konservieren. Anschliessend wird einer Stute eine Eizelle entnommen und deren Genmaterial künstlich durch das jenes des Tiers ersetzt, welches man klonen will. Danach wird diese Eizelle einer Leihstute eingesetzt.

Der Erfolg einer Trächtigkeit liegt etwa bei 50-70 %. Das Risiko eines Verlusts des Embryos ist jedoch hoch. Aus weniger als 1% der erreichten Trächtigkeiten entsteht ein Fohlen, erklärt Tierarzt Stéphane Montavon (SVPS) bei einem Radiointerview mit SRF3.

In Europa hat sich unter anderem die Firma Cryozootech in Frankreich auf das Klonen von Pferden spezialisiert. Der Calvaro-Klon zeige gewisse Ähnlichkeiten mit seinem Original, er sei auch ein Schimmel, so Willi Melliger in einem Interview mit SRF3. Calvaro gab und gibt es nur einmal. Willi Melliger hat sich von seinem Spitzenpferd und Freund vor 12 Jahren verabschiedet. Calvaro Z ist ein eigenes Individuum, einzig seine Gene sind kopiert.

Quellen: www.wittelsbuerger.com /aqha.com / srf3.ch

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